Urteil: Kaffeefahrt-Verkäufer muss Gewinn auszahlen
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Das Landgericht Gießen hat den Verkäufer bei einer Kaffeefahrt zur Auszahlung des im Einladungsschreiben versprochenen Gewinns verurteilt (2 O 189/09). Der Kläger, ein Mann aus Mücke, erhalte nun 8000 Euro, teilte dessen Rechtsanwalt Eike Erdel mit. Bereits in der Verhandlung habe die Richterin angedeutet, dass der Verkäufer als derjenige, der von den Einladungsschreiben geschäftlich profitiere, auch für die versprochenen Gewinne hafte.
Der Rechtsvertreter des Klägers merkt an, dass künftig jeder unter Berufung auf dieses Urteil dem Verkäufer bei einer Kaffeefahrt die Auszahlung des im Einladungsschreibens versprochenen Gewinns verlangen könne.
Der Jurist kommt zu dem Schluss, dass der häufig von Verbraucherzentralen oder der Polizei erteilte Rat, Einladungen zu Kaffeefahrten in den Papierkorb zu werfen, falsch sei. Stattdessen sollte man teilnehmen und den versprochenen Gewinn einfordern.
Würden die Verkäufer bei Kaffeefahrten erst einmal in größerem Umfang wegen der Gewinnversprechen in Haftung genommen, könne man dem Unwesen auf diesem Weg ein Ende bereiten«, schreibt der Jurist aus Homberg in einer Pressemitteilung.
Dr. Dietwin Steinbach, der Sprecher des Gießener Landgerichts, weist allerdings darauf hin, dass die Beweisführung für jeden neuen Fall gesondert erbracht werden müsse. Das gestrige Urteil sei zudem noch nicht rechtskräftig. Berufung könne eingelegt werden. Auch die »Initiative gegen Betrug auf Kaffeefahrten« mit Sitz in Timmendorfer Strand will nicht pauschal zur Teilnahme raten. Jeder Fall müsse individuell betrachtet werden.
quelle : wetterauer-zeitung
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quelle: antiabzocktv