HIV:Einsames Leben mit AIDS
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“Geheimnis”. Ein Zauberwort für Kinder. Alles was mit “geheim” beginnt, lässt Kinderaugen strahlen. Normalerweise…
Wenn es sich um das “Familiengeheimnis” dreht, weil Mutter oder Kind HIV-positiv sind und dieser Tatbestand nicht nach außen dringen soll, wirken die Kinderaugen eher traurig.
Die Infektion ist ein enormer Druck für die Familie
Das menschliche Immunschwäche-Virus (Humane Immundefizienz-Virus, abgekürzt HIV) ist ein Virus, das eine Immunschwäche-Krankheit (acquired immunodeficiency syndrome, abgekürzt AIDS) hervorruft. Die Krankheit ist derzeit nicht heil-, wohl aber behandelbar.
Angst vor gesellschaftlichem Stigma und Isolation
Leider werden HIV-positive Mütter und ihre Kinder heute immer noch diskriminiert. Mein Ziel ist, Mütter, Familien und Kinder starkzumachen, damit sie trotz HIV-Infektion selbstbewusst auftreten können”
erklärt Ingrid Mumm, Familienexpertin der Aidshilfe.
“Jede Gelegenheit, die sich mir bietet, nehme ich wahr, um das Thema ‘Familiengeheimnis’ anzusprechen und die Gesellschaft dafür zu sensibilisieren. Auch landesweite Workshops organisiere ich beispielsweise zu diesem Thema”.
Für die engagierte Projektkoordinatorin ist die frühzeitige, offene Kommunikation in der Familie ein wichtiger Meilenstein.
“Wenn den Kindern altersentsprechend die Wahrheit gesagt wird, ist das für das Kind, aber auch für alle Beteiligten ein hilfreicher Schritt, um angstfrei mit der Infektion umzugehen”
so Mumms Lösungsansatz.
Tabu-Zone HIV?
Einem HIV-positiven Vierjährigen kann beispielsweise erklärt werden, dass mit seinem Blut etwas nicht stimmt und er deshalb Medikamente nehmen muss. Erst ab dem zehnten Lebensjahr sollte das Wort “HIV” ins Gespräch kommen. So sind die Kinder gegen verbale “Angriffe von außen” argumentativ gewappnet.
Der personelle Einsatz von Ingrid Mumm macht es möglich, das Thema ‘Familiengeheimnis’ aus der Tabu-Zone zu holen. Eine interdisziplinäre Vernetzung und Zusammenarbeit zwischen Ärzten, Zahnärzten, Urologen, Gynäkologen, Sozialarbeitern und allen, die im therapeutischen Geschehen tätig sind, kann jetzt noch besser realisiert werden.